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Freiheitsstrafe

Freiheitsstrafen bedeuten für den davon Betroffenen eine Einschränkung der persönlichen (Bewegungs-)Freiheit mittels institutionellem Freiheitsentzug, dessen Wirkung sowohl in der Sicherung als auch in der gleichzeitig anzustrebenden Resozialisierung besteht. Mit Ausnahme der nur für eine begrenzte Anzahl von Delikten zur Anwendung gelangenden lebenslangen Freiheitsstrafe - hierzu zählen Mord, der besonders schwere Fall einer Geiselnahme, Völkermord sowie der schwere Fall eines Angriffs auf die Unabhängigkeit der Eidgenossenschaft - kennt das Strafgesetz nur endliche Freiheitsstrafen. Dabei sind folgende Möglichkeiten zu unterscheiden:

Ersatzfreiheitsstrafe

Soweit der Verurteilte eine Busse oder eine Geldstrafe nicht bezahlt und sie auf dem Betreibungsweg uneinbringlich ist, tritt an die Stelle der Busse resp. der Geldstrafe eine (unbedingte) Ersatzfreiheitsstrafe. Die Dauer des Freiheitsentzuges wird im Falle der Busse zum Vornherein von der richterlichen Behörde festgesetzt, welche diese Sanktion ausspricht, während bei Geldstrafen die Anzahl der Tagessätze entscheidend ist.

Bedingte Freiheitsstrafe

Bei einer bedingt ausgesprochenen Freiheitsstrafe - dies gilt für einen Strafrahmen von sechs Monaten bis zu zwei Jahren - wird der institutionelle Freiheitsentzug unter der Voraussetzung einer bestandenen und in der Anlassverurteilung festzulegenden Probezeit - deren Dauer liegt je nach den Umständen des Einzelfalles zwischen zwei bis fünf Jahren - nicht verbüsst. Als flankierende Massnahmen können für die Dauer der Probezeit eine Bewährungshilfe und/oder Weisungen angeordnet werden. Bei erfolgreichem Bestehen der Probezeit entfällt die Vollstreckung der aufgeschobenen Freiheitsstrafe. Bei vorliegender Nichtbewährung - diese kann durch eine neue Delinquenz und/oder durch die Nichtbefolgung flankierender Massnahmen wie einer angeordneten Bewährungshilfe und/oder auferlegter Weisungen erfüllt sein - kann die Strafe nachträglich vollstreckt; die Probezeit verlängert; die Bewährungshilfe aufgehoben oder eine solche angeordnet; sowie bestehende Weisungen aufgehoben oder neue Weisungen ausgesprochen werden.

Teilbedingte Freiheitsstrafe

Bei teilbedingten Strafen - diese Möglichkeit besteht bei Freiheitsstrafen von einem bis zu drei Jahren Dauer - wird der eine Teil bedingt und der andere Teil unbedingt ausgesprochen. Während der unbedingte Teil der Strafe zu verbüssen ist, wird der bedingte Teil unter Festsetzung einer Probezeit - diese umfasst je nach den Umständen des Einzelfalles eine Zeitspanne von zwei bis fünf Jahren -, der Anordnung einer Bewährungshilfe sowie der Festlegung von Weisungen aufgeschoben. Der unbedingt durchzusetzende Teil der Strafe darf dabei die Hälfte der Gesamtstrafdauer nicht übersteigen. Für den unbedingten Teil der Freiheitsstrafe kommen die Bestimmungen über die bedingte Entlassung nicht zu Anwendung. Mit anderen Worten ist der unbedingte Teil also stets ganz zu verbüssen.

Unbedingte Freiheitsstrafe

Im Gegensatz zur bedingten sowie zur teilbedingten Freiheitsstrafe ist bei einer unbedingten Freiheitsstrafe die gesamte Strafdauer zu verbüssen. Hierfür kommen verschiedenen Vollzugsformen wie der tageweise Vollzug, die Halbgefangenschaft, der offene Vollzug oder der geschlossene Vollzug zur Anwendung.